Basics.

Ich habe derzeit meine Angeln ausgeworfen, in Bezug auf gute Basics aus fairer Produktion. Was heißt gut, kann man sich fragen: Teile, bei denen die Farben halten, die nicht nach der ersten Wäsche die Form verlieren und deren Nähte nicht sofort aufplatzen. Kommt leider auch bei den besten fair fashion-Marken vor. Hier zwei Tipps, einmal teurer, einmal günstiger:

Aikyou, bekanntermaßen eine Marke, die sich auskennt bei bequemen BHs ohne Bügel, hat auch Tops in petto. Sie sind zwar wirklich nicht günstig – 59 Euro –, aber mit Farbe und Schnitten total überzeugend. Ich habe mir ein schwarzes Modell angeschaut und, was soll man sagen, es ist schwarz, auch nach dem Waschen. Der Stoff ist elastisch und fest, genau das also, was man sich von einem Oberteil wünscht. Hier Modell GRACE, aber in weiß. Gibt es noch als Ringerrücken und Spaghetti.aikyou_top_grace_white

Das zweite Label, dessen Basics es mir angetan haben, ist Erlich Textil, ein neues und erschwingliches fair fashion-Unternehmen aus Köln, das nur online vertreten ist. Erlich Textil hat sich auf Wäsche und Basics spezialisiert, und führt unter anderem auch Bodys: einmal mit Stehkragen, einmal mit tiefem Rückenausschnitt (siehe unten). Das einzige Minus sind die vorherrschenden Strings, aber vielleicht mag die auch jemand. Hier das bequeme, weiche, auch farbintensive und hauchdünne Modell namens EMMA, das 29,95 Euro kostet:

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Ferne und Sterne.

Ein Freund von mir liebt Apps. Er hat eine, die ihm krass detaillierte Geografiekenntnisse beibringt, und eine andere, mit der er Sternbilder lesen kann, und zwar nur, indem er sein Handy zum Himmel hält. Zugegebenermaßen die besten Apps, von denen ich je gehört habe, und an sie musste ich denken, als ich die neuen ThokkThokk-Shirts gesehen habe, von denen es mir insbesondere zwei stark angetan haben.

Mit ersterem kann man auch tagsüber zur Nacht werden, mit letzterem… nun ja. Urlaubsgefühle? Politik und Grenzen? Abgelegene Länder und Inseln? Vielleicht zu viel Gedankenspielereien für zwei Shirts. Aber schön. Kann man ja von vielem sonstigen gerade nicht behaupten.

Nightsky T-Shirt Black GOTS Fairtrade// 29,90 €
Flags T-Shirt White GOTS Fairtrade// 29,90 €

Bangladesch: Rana Plaza hat wenig verändert

Heute in der zeit: „Als vor drei Jahren beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mehr als 1.000 Menschen ums Leben kamen, gelobten die internationalen Modekonzerne Besserung. Rana Plaza war der größte Fabrikunfall in der Geschichte des Landes. Schon drei Wochen danach unterzeichneten Gewerkschaften und Branchenvertreter einen Aktionsplan, der besseren Brandschutz und mehr Gebäudesicherheit bringen sollte. Doch seither sind immer wieder Fabrikgebäude in Brand geraten oder eingestürzt, und Menschen starben.

Der jüngste Fall, das schwerste Unglück seit Rana Plaza, ereignete sich am Samstagmorgen vor einer Woche im Industriegebiet Tongi, rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka. (…) Es dauerte mehr als 30 Stunden, den Großbrand zu löschen. Das vierstöckige Gebäude stürzte ein. Die Bilanz, eine Woche danach: 34 Menschen verbrannten, erstickten oder wurden erschlagen; am Freitag suchten Rettungskräfte in den Trümmern noch nach acht Vermissten. 34 Verletzte befanden sich zum gleichen Zeitpunkt noch im Krankenhaus. Der Fabrikbesitzer Syed Mokbul Hossain, ein ehemaliger Parlamentsabgeordneter, ist untergetaucht.“

„KIK muss wegen Fabrikbrand vor Gericht“

„Vier Jahre nach dem Brand mit 260 Toten in einer pakistanischen Textilfabrik ist der Weg frei für eine Schadenersatzklage gegen das deutsche Textilunternehmen KiK. Vier Pakistanis verlangen in dem Zivilverfahren jeweils 30.000 Euro Schadenersatz. Das Landgericht Dortmund hat nun bekannt gegeben, dass den Klägern Prozesskostenhilfe gewährt werde. Nach Auskunft des Deutschen Instituts für Menschenrechte ist es die erste zivilrechtliche Klage dieser Art in Deutschland.“ Heute in der zeit.

Was los mit Pants to Poverty?

Seit einiger Zeit habe ich mich gefragt, was bei Pants to Poverty los ist, dem britischen fair-fashion-Unterwäschelabel mit perfekter PR-Kampagne (siehe Fotos), das weltweit Flashmobs für bessere Textilproduktionsbedingungen inspiriert hat und bis dato einer der big player unter den fair-fashion-Brands war. Lieferungen kamen zu spät, die Leute waren nicht erreichbar… Jetzt ist es fast offiziell: das Label in seiner bisherigen Form gibt es nicht mehr. Kaum ein Online-Shop hat noch Wäsche von Pantstopoverty vorrätig, die Websites der Marke und der angeschlossenen sozialen Organisationen sind offline. In einem Artikel vom Guardian kann man ein paar Hintergründe nachlesen. Man wird sehen, was passiert. Wäre aber ziemlich schade, wenn dieses Label so spurlos in der Versenkung verschwindet.

Komm mal her, Bikini

(oder Badeanzug.) Der Sommer ist doch schon schon in vollem Gange. Bzw sagen böse Zungen das sei schon sein Ende. Wie dem auch sei, ob bei euch Ferien sind oder nicht, ob ihr nen See um die Ecke habt oder nicht – irgendwann irgendwo braucht man sie, die Schwimmsachen. Noch besser, wenn es fair produzierte sind. Wie gesagt – Chemie mit Stoff, Haut, Salz und Chlor gemischt ist nicht so nett, nicht für die, die nähen und nicht für die, die schwimmen. Wenig Stoff ist guter Stoff. Oder wie war das?

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Zehn Mal Sommer in stofflicher Verpackung präsentiere ich euch: wie immer ganz unterschiedlich, was Preise, Materialien – von Strick bis recycelt -, und Menschen dahinter anbelangt. Wobei: die Menschen mit denen ich da gesprochen habe, die waren alle – sympathisch und spannend. Den Anfang hat zu Beginn des Sommers Frija Omina gemacht. Noch eins: Badehosen haben nicht so viele. Aber die gibts bei PatagoniaContinue reading

Wieder Samt.

Auch oder ohne oder mit oder wegen oder trotz St. Valentin ist es ja manchmal ganz nett, so hübsche Wäsche zu tragen, wie sie das britische Label Luvahuva produziert. Folgendes Samt-Stückchen konnte ich euch jetzt nicht vorenthalten, denn Samtwäsche hatte ich bislang noch nicht gesehen. Wenn man sich umgerechnet ca. 80 Euro für das in UK handgemachte Set leisten kann, ist das eine ganz gute Sache. Samt ist schön, samt guter Marke, Luvahuva, hui hui. Gibts von A bis DD und auf Wunsch auch anders

Hirschkind? Hirschkind!

Das wäre doch eigentlich Reh? Ist aber auch das Eigenlabel von Supermarché, einem super Marché in Berlin Kreuzberg – Wiener Str. 16. Der Laden ist gemütlich und groß, und es gibt dort, unter anderem, schöne und fair produzierte Bettwäsche, die sonst in der Branche ziemlich rar gesät ist. In der eigenen Siebwerkstatt bedruckt, mit selbst entworfenen Motiven (von Nici, der mit der Sprühpistole).

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Ist das Kunst oder ist das echt?

Der spanische Aktionskünstler Vermibus ist mit Unveiling Beauty, der kreativen Deformation von Werbeplakaten, gerade u.a. in Berlin zu sehen. Siehe Video, das leider etwas zugekleistert ist mit kitschy classical music. Trotzdem sehenswert was man mit und aus retuschierter Werbung so alles machen kann. Stellt nämlich u.a. die Frage, wieso man vorher nicht schon daran gedacht hat, dass das Kunst ist – jedenfalls nicht echt.

Nochmal: Bodies

Seit Wochen bin ich um diesen Body hier herumgeschlichen. Wie der bereits vor einigen Tagen vorgestellte ist er von der dänischen Marke Underprotection, die ein (den Fotos nach zu schließen) sehr seltsames Frauenbild hat, aber dafür gut produziert. Diesen Body hier gibt es jetzt für 30 Euro im Sale. Ein sehr hübsches Beispiel dafür, wie sich Körper und Body dann doch wieder ausschließen. Sonst würde Underprotection andere Modelfotos machen. Hatten wir ja auch gerade als Thema. Man dreht sich im Kreis…

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Body Fleur, Underprotection, ca. 30 Euro