Was los mit Pants to Poverty?

Seit einiger Zeit habe ich mich gefragt, was bei Pants to Poverty los ist, dem britischen fair-fashion-Unterwäschelabel mit perfekter PR-Kampagne (siehe Fotos), das weltweit Flashmobs für bessere Textilproduktionsbedingungen inspiriert hat und bis dato einer der big player unter den fair-fashion-Brands war. Lieferungen kamen zu spät, die Leute waren nicht erreichbar… Jetzt ist es fast offiziell: das Label in seiner bisherigen Form gibt es nicht mehr. Kaum ein Online-Shop hat noch Wäsche von Pantstopoverty vorrätig, die Websites der Marke und der angeschlossenen sozialen Organisationen sind offline. In einem Artikel vom Guardian kann man ein paar Hintergründe nachlesen. Man wird sehen, was passiert. Wäre aber ziemlich schade, wenn dieses Label so spurlos in der Versenkung verschwindet.

Komm mal her, Bikini

(oder Badeanzug.) Der Sommer ist doch schon schon in vollem Gange. Bzw sagen böse Zungen das sei schon sein Ende. Wie dem auch sei, ob bei euch Ferien sind oder nicht, ob ihr nen See um die Ecke habt oder nicht – irgendwann irgendwo braucht man sie, die Schwimmsachen. Noch besser, wenn es fair produzierte sind. Wie gesagt – Chemie mit Stoff, Haut, Salz und Chlor gemischt ist nicht so nett, nicht für die, die nähen und nicht für die, die schwimmen. Wenig Stoff ist guter Stoff. Oder wie war das?

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Zehn Mal Sommer in stofflicher Verpackung präsentiere ich euch: wie immer ganz unterschiedlich, was Preise, Materialien – von Strick bis recycelt -, und Menschen dahinter anbelangt. Wobei: die Menschen mit denen ich da gesprochen habe, die waren alle – sympathisch und spannend. Den Anfang hat zu Beginn des Sommers Frija Omina gemacht. Noch eins: Badehosen haben nicht so viele. Aber die gibts bei PatagoniaContinue reading

Wieder Samt.

Auch oder ohne oder mit oder wegen oder trotz St. Valentin ist es ja manchmal ganz nett, so hübsche Wäsche zu tragen, wie sie das britische Label Luvahuva produziert. Folgendes Samt-Stückchen konnte ich euch jetzt nicht vorenthalten, denn Samtwäsche hatte ich bislang noch nicht gesehen. Wenn man sich umgerechnet ca. 80 Euro für das in UK handgemachte Set leisten kann, ist das eine ganz gute Sache. Samt ist schön, samt guter Marke, Luvahuva, hui hui. Gibts von A bis DD und auf Wunsch auch anders

Hirschkind? Hirschkind!

Das wäre doch eigentlich Reh? Ist aber auch das Eigenlabel von Supermarché, einem super Marché in Berlin Kreuzberg – Wiener Str. 16. Der Laden ist gemütlich und groß, und es gibt dort, unter anderem, schöne und fair produzierte Bettwäsche, die sonst in der Branche ziemlich rar gesät ist. In der eigenen Siebwerkstatt bedruckt, mit selbst entworfenen Motiven (von Nici, der mit der Sprühpistole).

Auswaschen-Hirschkind-Bettwäsche-Supermarché-Berlin-Nici Continue reading

Ist das Kunst oder ist das echt?

Der spanische Aktionskünstler Vermibus ist mit Unveiling Beauty, der kreativen Deformation von Werbeplakaten, gerade u.a. in Berlin zu sehen. Siehe Video, das leider etwas zugekleistert ist mit kitschy classical music. Trotzdem sehenswert was man mit und aus retuschierter Werbung so alles machen kann. Stellt nämlich u.a. die Frage, wieso man vorher nicht schon daran gedacht hat, dass das Kunst ist – jedenfalls nicht echt.

Nochmal: Bodies

Seit Wochen bin ich um diesen Body hier herumgeschlichen. Wie der bereits vor einigen Tagen vorgestellte ist er von der dänischen Marke Underprotection, die ein (den Fotos nach zu schließen) sehr seltsames Frauenbild hat, aber dafür gut produziert. Diesen Body hier gibt es jetzt für 30 Euro im Sale. Ein sehr hübsches Beispiel dafür, wie sich Körper und Body dann doch wieder ausschließen. Sonst würde Underprotection andere Modelfotos machen. Hatten wir ja auch gerade als Thema. Man dreht sich im Kreis…

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Body Fleur, Underprotection, ca. 30 Euro

BUCHTIPP: Frauen und Kleider

Frauen und kleider fischer verlagSeit Ewigkeiten will ich dieses Buch empfehlen. Ich habe es schon seit Ende letzten Jahres bei mir herumliegen, inzwischen liegt es in fast allen Buchhandlungen. Frauen und Kleider von Leanne Sharpton, Sheila Heti, Heidi Julavits etc.

Zugegebenermaßen haben mich Titel und Cover zuerst etwas abgeschreckt. Schon wieder so ein Quatsch, dachte ich, und dann auch noch dieses Leo-Muster. Eine Story aus dem Buch, die im Zeit Magazin abgedruckt wurde – Tagebuch des Begehrens. Über das Kleid einer anderen – hat mich dann neugierig gemacht. Die Geschichte war gut, sie hatte so gar nix damit zu tun, was ich mir von diesem Buch vorgestellt hatte, sie war irgendwie beunruhigend und vor allem sehr gut geschrieben. Continue reading

In den Medien: Lidewij Edelkoort

Sehr viel liest man in letzter Zeit von Lidewij Edelkoort, von der es heißt, sie sei die wichtigste Trendforscherin der Welt: wegen ihres Anti-Mode-Manifests zerreißen sich seit einigen Wochen alle den Mund darüber, ob Mode nun tot ist oder nicht. Ein Interview erschien vor einigen Tagen in der Zeit („Die Mode ist von Schmerz und Unglück durchzogen“), ein weiteres, noch interessanteres, schon vor zwei Monaten im schweizer Magazin Annabelle („Säen, ernten, schleudern, weben, stricken, drucken, schneiden, nähen, einpacken, transportieren, bügeln, aufhängen und dann verkaufen – das muss seinen Preis haben. Ich finde, man muss einen Minimalpreis für ein Kleidungsstück festlegen, ähnlich wie bei Kartoffeln“).

Über Natürlichkeit, Fotos und Mode.

Wer schon mal auf der Website des Münchner Labels Thokk Thokk war, dem sind vielleicht diese Fotos aufgefallen. Bunt, lebendig, meist alltäglich, aber der Blickwinkel ist immer anders. Unperfekt-Perfektes, unscharf Verwischtes, Ausschnitte und seltsame Orte, aus denen sich beim Anschauen Geschichten entwickeln.

Foto: Caroline Kox.

Sonst ist es ja oft so, dass es selten was so langweilig und einheitlich ist wie Modefotos. Deshalb war ich gespannt und hocherfreut, als Caroline Kox, die Fotografin und Filmemacherin, die hinter diesen Bildern steht, Lust hatte mir von ihrer Arbeit zu erzählen. Continue reading

Bodies.

Lange habe ich nach einem fair produzierten Body Ausschau gehalten. Der Duden sagt dazu „einteiliges, eng anliegendes, den Rumpf bedeckendes Kleidungsstück aus elastischem Material; Kurzform für: Bodysuit“. Die einzige Marke, bei der ich fair produzierte – d.h. in diesem Fall nach den Standards der Fairwear Foundation zertifizierte – Bodys entdeckt habe, ist bislang die dänische Marke Underprotection. Schön, vielfältig und besonders. Mein Favorit ist blaugrün und scheinbar gut für das Karma. Derzeit gibt es aber auch ziemlich viele andere Modelle im Sale und im Outlet, kosten zwischen 30 und 40 Euro.

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Underprotection: Karma Body Green